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Alte Braukunst – neu überwacht

Braunschweiger Privatbrauerei verlässt sich auf versiondog

Helles, Dunkles, Weizenbier mit und ohne „Umdrehungen“ – bei der Privatbrauerei kennt man den Geschmack des Publikums. Damit das Bier immer schmeckt, stehen die Brauer auf prozesssichere Technik. Als vielfältiges Tool setzen sie versiondog ein, halten die Dokumentation auf dem neuesten Stand, tun etwas für die Cyber-Security und überzeugen ganz nebenbei Auditoren diverser Qualitätszertifikate.

Als die Braunschweiger Brauerei Wolters ihre IT erneuerte, war die Zeit für versiondog gekommen: Qualität, Produktionssicherheit und Cyber-Security erfordern eben verlässliche und leistungsstarke Tools, um Abläufe schnell und sicher im Griff zu haben.

Ein erfreulicher Nebeneffekt: Für Audits sind Dokumente zu den Brau- und Abfüllanlagen immer aktuell und vor allem sofort verfügbar. Rechtzeitig zum Frühjahr bringt die Privatbrauerei Wolters zum ersten Mal ein Helles als Bierspezialität auf den Markt. Das Hofbrauhaus erweitert damit sein Angebot und stellt unter Beweis, dass sich in Braunschweig jahrhundertelange Tradition und Neuerungen Hand in Hand gehen.

Die Agilität betrifft jedoch nicht nur die Angebotsseite. Die Produktion wird ergänzt, die Infrastruktur, speziell die IT erneuert. Ankerpunkt ist die neue Flaschenabfüllanlage, gewissermaßen der „Gärbottich“ für den Einsatz der Dokumentations- und Versionierungssoftware versiondog. Ziel der Implementierung ist es, möglichst schnell auf Veränderungen reagieren zu können und bei Instandhaltungsmaßnahmen jederzeit Zugriff auf den neusten Stand der Software von SPS oder Antriebstechnik zu haben. Matthias Teitge, seit Anfang März Leiter der Anlagenwirtschaft, brachte aus einer früheren Tätigkeit positive versiondog-Erfahrungen mit: „Bestimmend ist für uns bei Wolters die Prozesssicherheit und dass ich Änderungen nachvollziehen kann.“ Gäbe es beispielsweise einen Stromausfall und würde gleichzeitig die Pufferbatterie der Anlage nicht richtig arbeiten, würde nur noch die Methode „suche und finde“ bei der Ermittlung aktueller Softwarestände helfen. Leicht nachzuvollziehen, dass mit der Sicherung über USB-Sticks und der Speicherung auf dem „nächstliegenden“ Computer dem Wildwuchs der unterschiedlichsten Softwarestände Tür und Tor geöffnet waren. Einen konkreten Anlass, versiondog anzuschaffen, hatte es gleichwohl nicht gegeben. Soweit wollte man es aber gar nicht kommen lassen, sondern vorbeugend investieren.  

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Versiondog schafft auch alte SPS

Aber es sind mit dem neuen Flaschenabfüller nicht nur neue und hochmoderne speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) in versiondog einzubinden. Denn die gesamte Flaschenanlage umfasst etwa 70 bis 80 Steuerungen und eine Reihe Frequenzumformer, deren Software in versiondog hinterlegt wird.

Steuerungen aus drei Jahrzehnten

Die Crux ist, wie vermutlich bei vielen industriellen Anlagen, dass einzelne Anlagenmodule nach und nach beschafft wurden und zumindest steuerungstechnisch nicht auf einem einheitlichen Stand sind. Das ist hinsichtlich Funktion nicht entscheidend, erfordert bei einer Vernetzung doch Weitsicht.

So sind bei Wolters vorrangig Siemens SPS der Baureihen S7-300 und S7-400 im Einsatz. Dazu kommen Steuerungen für Kuka-Roboter und längst abgekündigte SPS des Typs S5 – insgesamt Steuerungen aus drei Jahrzehnten.

Da zeigt sich, wie umfassend versiondog ist. „Das war für uns entscheidend“, betont Teitge. „Wir haben nun einmal die alten Steuerungen noch im Einsatz.“ Einmal wöchentlich, samstags, werden Backups gezogen. Sollen in Zukunft weitere Komponenten – etwa aus dem Sudhaus oder aus dem Filterkeller – einbezogen werden, könnte es interessant sein, auch häufiger ein Backup zu ziehen.

Ein „Reinheitsgebot“ hat Teitge auch für die Datensicherheit erlassen. Um vor Cyberattacken geschützt zu sein, wurde eine neue Firewall installiert. Dabei setzt Wolters konservativ auf Inhouse-Server und nicht auf eine Cloudlösung: „Nach außen hin wollen wir eher mehr als zu wenig abgeschirmt sein.“ Denn Beobachtungen hätten gezeigt, dass solche Angriffe von außen vorkommen. Backups und Versionsvergleiche via versiondog liefern entsprechende Anhaltspunkte: „Die Versionsvergleiche erleichtern die Detektion von Cyberangriffen. Die Nachvollziehbarkeit aller Datenzugriffe samt Zeitstempel haben mit zur Entscheidung für versiondog beigetragen.“

„Cyberangriffe sind eine reale Gefahr für uns. Nach außen hin wollen wir eher mehr als zu wenig abgeschirmt sein! Die Nachvollziehbarkeit aller Datenzugriffe samt Zeitstempel haben mit zur Entscheidung für versiondog beigetragen.“

Matthias Teitge, Leiter Anlagenwirtschaft bei Hofbrauhaus Wolters

Auf den Geschmack gekommen

Bislang werden lediglich Anlagendaten überwacht. Teitge hat jedoch weitergehende Pläne: „Wir denken darüber nach, ob wir in Zukunft beispielsweise auch Rezepturdaten und die damit verbundenen Einstellungen zu überwachen.“ Voraussetzung dafür sei, dass die Anlagenhersteller auch entsprechende Schnittstellen anböten. Das sei Zukunftsmusik, aber man wolle ohnehin Schritt für Schritt gehen.

Auf einen ganz wichtigen Punkt weist er noch hin: „Alleinstellungsmerkmale sind für uns Geschmack und Qualität. Und Qualität hängt von der Technik ab.“ Über Geschmack entscheiden die Kunden, über Qualität nicht zuletzt die Auditoren für FDA-, IFS- oder GMPZertifizierungen. Von vielen Auditoren wird auch die selbständige Weiterentwicklung und Methodik der qualitätssichernden Maßnahmen geschätzt.

HACCP Konzept

Deshalb gilt versiondog als gutes Zeichen eines vorausschauenden Qualitätsmanagements. Das überzeugt auch manchen Auditor, der z.B. ein besonderes Augenmerk auf die Dokumentation sogenannter kritischer Kontrollpunkte zum Zwecke einer Gefahrenpunktanalyse (HACCP) richtet.

„Die Auditoren von FDA und IFS sind beeindruckt, wenn man selbstständig etwas macht, um besser zu werden“, erläutert Teitge. „Nicht jeder Auditor kennt versiondog im Detail, aber sie verstehen die Methodik und das gibt Bonuspunkte.“ Die FDA sei bei der Prüfung der Lebensmittelsicherheit relativ pflegeleicht, schildert Teitge. „Die IFS ist da schon einen Zacken schärfer, und wenn man die Zertifizierung nicht macht, will keiner dein Produkt kaufen.“

Eine bedeutsame Teilanlage ist etwa der Leerflascheninspektor. Derzeit werden die Testflaschenprotokolle noch als PDF auf einem Server abgelegt. In Zukunft sollen die Protokolle samt Zeitstempel über versiondog kontrolliert und abgelegt werden: „Das geht einfach und spielt für die Qualitätskontrolle eine wichtige Rolle.“

Um das Optimale aus versiondog herauszuholen, sind parallel zur Einführung der Software Mitarbeiterschulungen angelaufen. Alleine in der Instandhaltung werden acht Leute in versiondog eingewiesen. „Mein Plan ist, auch in Richtung Verwaltung und Qualitätsmanagement auszubauen, um dort Dokumente für Auditoren vorzuhalten“, so Teitge. Nur noch ein einziges Archiv und nicht viele Ablagen für die unterschiedlichen Dokumente seien das Ziel. Daten, Schaltpläne und Dokumente werden „eingesammelt“ und – dank versiondog – strukturiert und nachvollziehbar nachgehalten. Und ohne versiondog? Da hat Teitge schon so seine Erfahrungen gemacht, die er nicht unbedingt nochmal wiederholen muss: „Für Parameterlisten sind uns schon einmal Backups verlorengegangen – das bedeutete dann eine Woche arbeiten mit dem Bleistift.“